
Lisa und den alten Otto verbinden eine enge Freundschaft und die Faszination für Zahlen. Otto erklärt Lisa, dass die Zahlen niemals aufhören.
Lisa begleitet Otto, als er stirbt und sie scheinbar allein lässt. Scheinbar, denn in Gedanken fühlt sich Lisa ihm immer noch ganz nah.
Lisas bester Freund ist Otto. Otto, der nicht so schnell rennen kann, weil er am Stock geht, und der außerdem schlecht hört. Aber das macht nichts, denn Otto weiß eine Menge über das Leben und die
Welt – und er hat Lisa eine tolle Schleuder gebaut!
Doch Otto ist alt – und am Ende des Sommers wird er sehr müde und eröffnet seiner kleinen Freundin, dass er bald sterben muss. Nach seinem Tod weint Lisa und ist sehr traurig. Bis sie mit Hilfe von Olga (ob diese Ottos Frau, seine Tochter, Lisas Mutter oder einfach eine Freundin ist, bleibt offen) herausfindet, dass sie Otto zwar nicht mehr sehen können, er aber immer noch da ist: “Denn mit Otto ist das wie mit den Zahlen, er ist einfach in uns drin und hört niemals auf.“
Das poetische Buch der Münchnerin Annette Bely, von der sowohl die Illustrationen als auch der Text stammen, beschönigt nichts (denn natürlich ist der alte Mann tot und begraben), ängstigt die kleinen „Leser“ aber auch nicht. Durch die Bleistiftzeichnungen am Rand der in kräftigen Farben gehaltenen Illustrationen wird immer klar und nachvollziehbar, was Lisa mit der Stupsnase und den frechen Zöpfen gerade denkt. Besonders im allerletzten, ungemein tröstlichen Bild, auf dem klar zu erkennen ist, dass das sommersprossige Bleistiftmädchen den Otto mit seinen charakteristischen Hosenträgern tatsächlich über ihrem Herzen und in ihrem Bauch bei sich trägt.
Eine wunderschön gemachte Geschichte, die viele Anregungen zum Gespräch bietet – über Notkekse, die Unendlichkeit der Zahlen, tote Büffel in Baumkronen oder das Benehmen bei einer Beerdigung.
Michaela Pelz
Annette Bley: Und was kommt nach tausend?
Eine Bilderbuchgeschichte vom Tod, Ravensburger Bilderbuch
ISBN 3-473-33070-1, 32 Seiten, € 12,95, ab vier Jahren
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