FAQ

»Bin ich überhaupt zum Schriftsteller geeignet?«

In einem ersten Schritt sollten Sie sich überlegen, wie ernst es Ihnen mit dem Schreiben ist und was Sie an Engagement zu investieren bereit sind.

Nicht zuletzt ist es wichtig, ob es Ihnen die viele Zeit (sei es nun durch einen externen Lektor oder durch einen Verlagslektor) oder (so Sie sich an einen Coach wenden möchten) das Geld, die Sie in ein Lektorat nach einem positiv beurteilten Exposé investieren müßten, auch wert ist. Die Schriftstellerei ist ein Handwerk. Um es zu erlernen, braucht es Geduld, eisernen Willen und dennoch Freude am Schreiben. Auch wird man als Schriftsteller in den seltensten Fällen reich. Nur wenige können vom Schreiben leben; Schreiben ist für viele Autoren vielmehr Berufung als Beruf, wenngleich - auch in meinen Augen - eine der schönsten Berufungen der Welt.

»Ich schreibe schon längere Zeit an meinem Buch. Bislang habe ich fünf Kapitel fertig gestellt. Wie viele noch folgen werden, weiß ich nicht, denn ich weiß selbst noch nicht genau, wohin sich die Geschichte entwickeln wird …«

Daß Sie keine - zumindest grobe - Vorstellung davon haben, wie viele Kapitel noch folgen, spricht zunächst nicht für Ihren Text. Der erste Schritt eines Werkes sollte sein, ein Exposé und einen Szenenverlauf zu erstellen. In diesem wird festgelegt, welche Charaktere sich auf dem Weg durch den Plot wie entwickeln und wo der Plot hinführen soll. Auch die Bestimmung der Zielgruppe, gelungene Perspektivwechsel, gute Arbeit mit Cliffhangern sowie abwechselungsreiche und dem Plot zuträgliche Settings sind nur einige Aspekte, die geplant werden müssen, um gut und sinnvoll eingesetzt werden zu können. Ein »einfach drauflos schreiben« führt da meist in die Irre. Wenige erfahrene Autoren können dies nach Jahren leisten, weil sie geübt genug sind. Und einige ganz wenige rare »Naturtalente« mögen es in die Wiege gelegt bekommen haben, aber einem solchen bin ich - auch unter den erfahrenen und bekannten Autoren - noch nicht begegnet. Überdies benötigen Sie in jedem Fall ein Exposé, wenn Sie Ihr Buch einem Verlag anbieten wollen. Niemand liest bei einer Erstanfrage ganze Manuskripte, denn diese Zeit ist in keiner Redaktion vorhanden.

Wenn Sie Ihr Buch wirklich veröffentlichen wollen und noch nicht wissen, wohin die Reise geht, lautet mein Rat: Schreiben Sie nicht weiter. Erstellen Sie ein Exposé. Dieses schicken Sie mir dann wenn Sie möchten inklusive einer Arbeitsprobe zu, zum Beispiel Ihrem ersten Kapitel.

Danach kann ich Ihnen sagen, ob das Vorhaben in meinen Augen als Veröffentlichungstitel taugen könnte oder nicht. Eventuell würde ich Ihnen nach Sichtung Ihres Textes von einer weiteren Verfolgung des Plots abraten.

Eventuell würde ich Ihnen auch Tips geben, wie Sie aus der Grundidee einen Plot machen können, der Verlage überzeugen könnte.

Eventuell kann es natürlich auch geschehen, daß ich nachgerade verzückt bin und mich stante pede bei einem Verlagslektor für Sie einsetze und mich nach Kräften bemühe, diesen für Ihr Projekt einzunehmen.

Bei den Autoren, die keine Schreiberfahrung und kein Plotkonzept, wohl aber »irgend etwas Spezielles, das mich gefesselt hat« hatten, ist zumeist alles, was sie bislang geschrieben hatten, in den Müll gewandert, und ich habe ihnen empfohlen, mir dem Schreiben noch einmal von vorn begonnen, nämlich beim Konzeptionieren.

»Meinen Freunden gefällt mein Text gut, und deshalb möchte ich ihn gern veröffentlichen …«

Daß Ihre Freunde Ihre Zeilen schätzen, hat - so leid es mir tut, aber die Erfahrung lehrt es leider - nur wenig Gewicht. Ein Gedankenspiel, um dies zu verdeutlichen. Wenn Ihre Freundin oder Ihr Freund zu Ihnen käme und Ihnen zeigen würde, was er geschrieben hat: Was würden Sie ihm sagen?

»Das ist langweilig und schlecht, vergiß es«?

Vermutlich nicht, denn Sie möchten Ihren Freund nicht verletzen. Überdies ist es ja durchaus eine respektable und beeindruckende Leistung, sich an einem Roman zu versuchen.

Nicht zuletzt: Welcher Ihrer Freunde oder Freundinnen ist im Verlagssektor tätig und daher in der Lage, Ihr Buch nach seinem Marktpotential zu beurteilen?

Freunde als Kritiker sind meist - und ich sage: meist, denn natürlich gibt es auch Ausnahmen - ein schlechter Ratgeber.

»… nun ist mein Buch fertig, und ich möchte gern wissen, welchem Verlag ich es zur Veröffentlichung überlassen soll.«

Die traurige Wahrheit ist: Es gibt genug Bücher, unzählige genau genommen. Wenn Sie sich mit Ihrem Manuskript an den Markt wagen, steht Ihnen ein langer Weg bevor, der viel Selbstvertrauen und Geduld erfordert. Daß Sie Ihr Exposé absenden, und der Verlagslektor einen Tag später anruft, um Ihnen mit vor Begeisterung zitternder Stimme einen Vertrag anzubieten, wird mit 100%iger Wahrscheinlichkeit nicht geschehen.

Die erfreuliche Wahrheit ist: Es gibt noch immer unzählige Menschen, die Bücher lieben und Lektoren, deren Job es ist, für diese Leser möglichst gute Bücher zu entdecken und sie für ihren Verlag umzusetzen.

Was Sie tun können ist, einen Verlag aktiv für Ihr Buch zu interessieren. Es ist dasselbe wie bei einer Bewerbung. Und Ihr Exposé ist das Bewerbungsschreiben, das Ihren potentiellen Verlagslektor überzeugen muß. Ob ein Exposé Erfolg hat oder nicht, hängt von der Qualität und der aktuellen Markt- und Programmkompabilität Ihres Textes ab. Wenn Ihr Werk hier bestehen soll, erfordert dies - zumindest bei 99% aller Erstautoren mit wenig Schreiberfahrung - viel Arbeit.

»Wie verhandele ich mit einem Verlag, und wie sehen die Konditionen bei einer Veröffentlichung aus?«

In Bezug auf diese Punkte berate ich Sie im Rahmen der Exposé-Erstellung oder einer Agententätigkeit.

»Nach welchen Kriterien wählen Sie aus, welche Projekte Sie betreuen und welche Sie ablehnen?«

Drei entscheidende Punkte haben Einfluß darauf, ob ich Ihr Projekt betreuen kann oder die Zusammenarbeit ablehnen muß.

Punkt 1: Ich nehme generell nur dann Anfragen von »Jung«autoren an, wenn ich der Ansicht bin, daß Potential in Text oder Schreibe steckt. Denn diese Art der Arbeit kostet auch mich viel Zeit für einen geringen Lohn. Privatpersonen schwimmen für gewöhnlich nicht im Geld, haben aber gerade am Anfang Ihrer schriftstellerischen Laufbahn sehr viele Fragen, für deren Beantwortung ich genug Zeit zur Verfügung haben möchte.

Punkt 2: Ein weiteres wichtiges Kriterium ist Ihr Wille zur Kooperation. Wenn Sie sich externen Rat holen, tritt Ihr Projekt mit diesem Schritt das erste Mal an die Öffentlichkeit. Erhalten Sie Ihren kommentierten Text zurück und sehen die vielen Anmerkungen, werden Sie vermutlich erst einmal schlucken müssen. Was ein Lektor tun kann ist, Ihnen Vorschläge zu Ihrem Text zu unterbreiten. Ob Sie diese annehmen, liegt bei Ihnen. Sie sollten Kritik an Ihrem Text aber zumindest gewissenhaft überdenken. Mehr zur Arbeitsweise eines Lektors finden Sie hier.

Wenn Sie und ich uns diese Arbeit machen, dann möchte ich genauso wie Sie, daß am Ende ein Ergebnis dabei herauskommt, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind. Ist das nicht der Fall, sind Sie zu Recht enttäuscht, weil Sie Zeit und Geld in ein Projekt investiert haben, das hernach auf Ihrem Schreibtisch oder Ihrer Festplatte »vergammelt«.

Punkt 3: Wenn ich es zeitlich absehbar nicht schaffe, Ihr Manuskript zu Beurteilen, Ihnen bei der Exposé-Erstellung zu helfen oder Ihre Idee im Rahmen einer Agenten-Tätigkeit zu prüfen, werde ich Ihnen dies umgehend mitteilen. Diese Absage ist nicht persönlich gemeint – nur hilft es Ihnen nicht weiter, wenn Ihre Ideen statt auf Ihrem nun auf meinem Rechner »vor sich hin dümpeln« und ich für eine Sichtung in überschaubarer Zeit nicht die Gelegenheit finde.

»Wie kann ich mir sicher sein, daß Ihre Einschätzung fachlich versiert ist?«

Meine langjährige Erfahrung und meine Referenzen sprechen für sich. Dennoch ist meine Meinung selbstverständlich nicht das Amen in der Kirche.

Sie können es auch jederzeit bei einem meiner Kollegen versuchen. Es gibt viele freie Lektoren, wenngleich nur wenige davon sich auf Phantastik spezialisiert haben. Stöbern Sie gern in der Fachdatenbank von http://www.vfll.de.

Es gibt gewiß auch etliche freie Lektoren, die Ihnen mehr Hoffnung im Vorfeld machen werden als ich es auf diesen Seiten tue oder Ihnen anbieten, Ihr Buch via Selbstverlag zu verlegen.

Auch dieser Weg ist nicht per se verdammenswert. Es kommt immer darauf an, was Sie mit Ihrem Schreiben erreichen wollen. Ein Buch für Freunde zu schreiben oder weil es ein Hobby ist und Ihnen Freude bereitet, ist ein guter Grund, zu Feder oder Tastatur zu greifen. Das Geschriebene ist weder schlecht, noch der Schreibanlaß minderwertig, im Gegenteil. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben sich auf die Betreuung derartiger Projekte spezialisiert. Möchten Sie Ihre Lebenserinnerungen für Ihre Familie festhalten oder ziehen Sie einen Zuschussverlag oder den Selbstverlag in Betracht, werden Sie gleichfalls unter http://www.vfll.de einen passenden Ansprechpartner finden.

Nur, so ist zumindest meine Meinung, ist eben nicht jedes Buch zur Verlagsveröffentlichung geeignet.